Fußball, Doping und Menschenrechte: Sport-LK diskutiert mit Olympiapfarrer Heinz Schütt

Die Aufgaben eines Olympiapfarrers und Sportbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz im Spitzensport: Das waren in der vergangenen Woche Themen des Sport-Leistungskurses (Dr. Happ) am ASG. Pfarrer Heinz Schütt, der Mitglied im Vorstand des konfessionellen Sportverband der DJK ist, referierte über die Bedeutung  sporthistorischer Zusammenhänge, wie z.B. über die Gründung des DSB - und Vorläufers des heutigen DOSB - nach 1945 aus dem organisierten Arbeiter- und Kirchensport und den sogenannten „weltlichen“ Sportverbänden. Auch die Vorgeschichte der architektonischen Planung des Olympischen Dorfes der Spiele 1972 in München wurde als wichtiges Ereignis für die darauf folgende Zusammenarbeit von Kirche und Sport in der Bundesrepublik erläutert.

Zentrales Thema der Diskussion waren ethische Probleme des heutigen Leistungssports. Fragen über die Bedeutung des Fairnessbegriffes, die Dopingproblematik, die sich mittlerweile nicht mehr allein auf den Hochleistungssport beschränkt. Der Konsum von Aufputschmitteln vor Bewerbungsgesprächen wurde ebenso thematisiert, wie die unbedarfte Empfehlung  des Amphetamins „Ritalin“ in der Schule. Eine Dynamik, die mit Anfragen im Internet beginnen kann, mit welchen Hilfsmitteln ein gutes Ergebnis im Sportabitur erzielt werden kann.

Aufgeworfen wurde auch die  Frage der Menschenrechte im Kontext  großer, internationaler Sportveranstaltungen.  Im Hintergrund spielen hier die jeweiligen Gastgeberländer eine Rolle, besonders im Hinblick auf die laufende Fußball-EM in der Ukraine. Ein Thema mit wiederkehrender Aktualität: Diskussionen über Verletzungen der Menschenrechte des Olympiagastgebers Peking oder die Vertreibung von Bewohnern im Vorfeld der Errichtung großer Stadien der Fußball WM 2010 in Südafrika.

„Ein absolut gesetzter Leistungswille, der durch keine andere Instanz mehr relativiert wird, schadet dem einzelnen Menschen und der Gemeinschaft, obwohl der Leistungsgedanke an sich eine zutiefst menschliche und positive Regung ist“ – fasste Schütt die  Diskussion zusammen, die ebenso das Thema „Aggression in Fußballstadien“ beleuchtete.

Als „Danke schön“ überreichte Nils Börner ein Exemplar seiner diesjährigen Facharbeit aus dem sporthistorischen Themenbereich „Kirche und Sport“: Die Gründung des Ballspielvereins Borussia Dortmund im Jahre 1909 in der Auseinandersetzung mit dem Kaplan Hubert Dewald.

 (nach WH vom 13.6.12)

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