Schüler und Lehrer des ASG Hürth nahmen Kandidaten des Wahlkreises kritisch aufs Korn

Am 12.09.2013 fand die traditionelle Podiums-Diskussion des Albert-Schweizer-Gymnasiums in Hürth statt. Geladen waren die Kandidaten für das Direktmandat der Bundestagswahl 2013 des Rhein-Erft-Kreises: Dierk Timm (SPD), Elmar Gillet (Bündnis 90 Die Grünen), Zeki Gökhan (Die Linken), Alexandra Osburg (Piraten), Martin Wortmann (FDP) und Georg Kippels (CDU) stellten sich den Fragen zu den jeweiligen Wahlprogrammen.

Im Publikum saßen Lehrer und Schüler der Stufen 10 – 12 gespickt mit Fragen direkt an die Kandidaten zu den Themen Bildung, Wirtschaft und Europa, die im Vorfeld im Sozialwissenschafts-Unterricht vorbereitet wurden. Sie erwarteten konkrete Informationen zu den Wahlprogrammen der Parteien.

Als Moderatoren behielten Jana Hartwig und Khalid Amaadachou aus der Stufe Q2 stets die Kontrolle über die Diskussion.

Die Politiker stellten sich kurz vor und die Diskussionsrunde begann:

Die erste Frage zum Schulsystem wurde an Alexandra Osburg (Piraten) gerichtet: „Wie soll das Schulsystem der Zukunft aussehen?“. Die Piraten stellen sich ein Schulsystem ohne Noten vor, so die Kandidatin. Vertreter der CDU und FDP hatten Einwände, Schule ohne Noten sei ein System ohne Inhalt (Georg Kippels), es müsse eine Messlatte geben, sonst gebe es keine Motivation und die Leistung würde schwinden (Martin Wortmann).

Eine Investition in Bildung solle dazu dienen, dass jeder junge Mensch in Deutschland gleiche Perspektiven habe, eine bessere Ausstattung der Schulen sei ebenfalls erforderlich. Gleiche Bildungssysteme in allen Bundesländern und eine berufsorientiertere Schulausbildung seien laut Georg Kippels (CDU) für unsere mobile Gesellschaft unabdingbar.

Zum Thema „G8 oder G9“ waren sich alle Politiker einig. Das G9 sei sinnvoller für Schüler. „Pauken ist nicht alles“ , meinte Martin Wortmann (FDP). Mit Verwunderung nahmen die Schüler allerdings die Ansicht der Linken auf, die eine Einheitsschule für alle Schüler fordert.

Die Ansichten der Vertreter zum Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Braunkohle drifteten weit auseinander. Die Grünen setzten auf erneuerbare Energie, die SPD wolle langfristig aussteigen.

Zur Frage, ob ein Mindestlohn eingeführt werden soll, kristallisierten sich zwei Meinungsblocks heraus. Piraten, Linke, SPD und Grüne waren dafür, die SPD wies darauf hin, dass 45.000 Menschen alleine in diesem Wahlkreis  für einen Stundenlohn unter 8,50 Euro arbeiteten.

Die Piraten fordern in ihrem Wahlprogramm eine kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für alle. Auf nähere Nachfrage, die Schüler an Alexandra Osburg richteten, entstand eine lebhafte Diskussion: Für die Piraten stellt die Forderung eine „Win-Win-Situation“ dar, jeder Bürger zahle einen festgelegten Betrag und dürfe im Gegenzug unkompliziert Bus und Bahn nutzen, dies sei umweltfreundlich, da das Auto weniger genutzt werden müsse. Kritik kam vor allem von der CDU, ein ticketloses Fahren sei ungerecht, da alle dafür zahlen müssten.

Der Vertreter der Linken äußerte zur Frage zum Waffenexport, der eine hohe Einnahmequelle für Deutschland darstellt, dass kein Geschäft mit Krieg gemacht werden solle. SPD und Piraten gaben zu verstehen, dass es notwendig sei, zu kontrollieren, wohin die Waffen geliefert würden, vor allem nicht in Krisengebiete und undemokratische Ländern, ebenfalls legten sie Wert darauf dass keine illegalen Waffengeschäfte abgewickelt werden dürften.

Der Beitritt der Türkei in die EU wurde von den Parteien-Vertretern allgemein begrüßt, da ohnehin sehr viele türkische Bürger in Deutschland lebten. Es sei wichtig, dass mehr Türken bei uns integriert würden, so Alexandra Osburg (Piraten). Die Meinung der FDP, ein Beitritt der Türkei in die EU sei schwierig auf Grund der unterschiedlichen Religionen, traf bei Schülern und Lehrern auf Unverständnis.

Am Ende der Diskussionsrunde zog jeder Kandidat ein Schlussresümee: Dierk Timm (SPD) betonte, dass es wichtig sei, dass jeder Berechtigte wählen gehe, Elmar Gillet (Grüne) unterstrich das Ziel der Grünen, eine ökologisch orientierte, moderne demokratische Gesellschaft aufrecht zu erhalten, für die Linke sei Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben oberste Priorität (Zeki Gokhan), Verantwortung, freie Bildung und wenig Staat sei ein wichtiges Ziel für die FDP (Martin Wortmann).

Für die Schüler stellte sich heraus, dass die Podiumsdiskussion eine erfolgreiche Veranstaltung war. Sie konnten sich ein eigenes Bild und eine Übersicht über die aktuelle Politik verschaffen. Ferner konnten sie sich darüber klar werden, wer für sie die Favoriten für die Bundestagswahl sein werden.

Anna Wysocki (Q2 LK Sowi)

die Moderatoren Khalid Aamadachu und Jana Hartwig Begrenzung der Redezeiten durch die Zeitnehmerinnen

 

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