Unser Ausflug nach Katterbach am 29.11.2013

Am 29.11.13 sind wir – die Klasse 5a – genau wie alle anderen fünften Klassen ins Schulmuseum nach Katterbach gefahren. Um neun Uhr sind wir mit dem Bus vom Schulparkplatz losgefahren und eine Stunde später ging es los…

Am Anfang hat die Lehrerin uns mit einer Schulglocke abgeholt. Die Knaben mussten vorne stehen, die Mädchen dahinter. Als wir dann im Klassenzimmer waren und uns auf die unbequemen Bänke gesetzt hatten, sprach die Lehrerin ein Gebet. Über ihrem Pult hing das Kaiserpaar.

Auf einmal unterbrach ein Klopfen unsere Stunde. Lara trat herein und sagte: „Entschuldigung, dass ich zu spät komme. Ich musste mich noch um meine Geschwister kümmern.“ Unsere Klassenkameradin spielte eine kleine Rolle. Das hatte sie vorher mit der Lehrerin abgesprochen. Die Lehrerin erklärte:  „Früher war es nicht selten, dass Mütter 10-20 Kinder hatten. Die Knaben mussten sich mit 3 Geschwistern 1 Paar Schuhe teilen.“ Sie band Lara eine Schürze um und steckte ihre eine Schleife ins Haar. „So sahen früher die Anziehsachen  aus.  Die Haare waren entweder zu Zöpfen oder zu Kränzen gebunden“, sprach sie. Man musste immer gerade sitzen und zum Aufzeigen legte man die linke Hand auf den Tisch und tat den rechten Ellbogen auf den linken Arm. Wenn man drangenommen wurde, musste man aufstehen und im ganzen Satz sprechen. Außerdem musste man immer „Fräulein Lehrerin“ sagen. Sie nahm uns immer mit Namen von früher dran, z.B. Fritz oder Ida.

Wenn man sich ein Fleißkärtchen abholte, musste man beim Vorbeigehen an seinen Mitschülern einen Knicks machen oder sich verbeugen. Hatte man 10 Fleißkärtchen, tauschte man diese beim Pastor gegen ein Heiligenbildchen ein. Wer ein solches Bild hatte, der sprang vor Glück auf der Straße herum. Die Mutter backte vor Stolz einen Kuchen. Tante, Onkel … jeder aß davon.

Sollte man etwas vorsagen oder andere Dummheiten machen, musste man sich vor dem Kaiserpaar niederknien und wurde mit einem Stock geschlagen. Es gab aber auch andere Strafen, z.B. auf spitzem Holz knien.

Wenn der Kaiser Geburtstag hatte, mussten alle das Kaiserlied auswendig können. Es gab auch einen Badetag. Nach diesem kontrollierte die Lehrerin die körperliche Sauberkeit. In der Schultasche hatte man 7 Sachen (Schönschreibheft, Rechenheft..) Die 1. Klasse lernte die kleine Schrift und die 2. die Großschrift. Eine 1 bekam man nur, wenn man besser schrieb als die Lehrerin. Wir durften auch auf so einer Wachstafel schreiben. Diese gehörte auch zu den 7 Sachen.

Man ging mit 14 Jahren aus der Schule. Als Berufe gab es z.B. „Näherin“ und „Köchin“. Als „Hausmädchen“ schlief man entweder in der Toilette oder auf dem Dachboden.

Fand man abends keinen Mann beim Tanzvergnügen, ging man wieder nach Hause als die „unverheiratete Tante“.  Zum Schluss verabschiedete uns die Lehrerin mit einem Gebet.

Nach der Unterrichtsstunde konnten wir uns noch das Schulmuseum ansehen. Die meisten von uns haben sich am Ende eine Schiefertafel mit Griffel als Andenken gekauft.

Das war ein schöner erster Klassenausflug.

Emilia Schrader, 5a

 

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