Ein kleiner Exkurs zu den sonstigen Mitteilungen aus Kenia

Meine tägliche Arbeitszeit beginnt um 8.00 Uhr Morgens und endet um 17.00. Anschließend ist es meistens so, dass nicht mehr viel für den Abend ansteht. Es gibt dann irgendwann gegen halb acht – acht noch Abendessen und spätestens gegen neun Uhr liege ich im Regelfall im Bett. Anders sehen die Tage aus, wenn Projektbesuche anstehen. Das bedeutet fast immer eine Abfahrt vor sechs Uhr und häufig eine Rückkehr nach 17.00 Uhr, da viele der Einsatzgebiete in relativ weiter Entfernung liegen.

Nach etwa ein bis zwei Monaten habe ich bei diesem täglichen Ablauf gemerkt, dass mir irgendwas wirklich sehr fehlt. Eigentlich war auch relativ schnell klar was: SPORT (= in meinem Fall also BASKETBALL). Ab etwa Mitte Januar bin ich regelmäßig nach der Arbeit zu der lokalen secondary school gegangen. Die Joana Chase Secondary School, die sensationeller Weise auch Basketball als Sportart anbietet! Zunächst nur für ein wenig Bewegung und zum Mitspielen, aber nach ein paar Wochen hat der Trainer mich angesprochen, ob ich ihm helfen könnte das Team mit ihm gemeinsam zu trainieren.

Darüber war ich sehr glücklich, da es meinem Leben hier genau das gab, was noch fehlte um es wirklich spitze zu machen! Gerade an den Wochenenden, wenn fast alle in Kollegen zu ihren Familien in die Großstädte fahren und ich meistens sehr viel Zeit habe, konnte ich nun stundenlang mit den Jungs der Schule trainieren und spielen. Nachdem die Mannschaft gemerkt hat, dass ich nicht der schlechteste Basketballer bin, vertraute man mir und war sehr aufmerksam und äußerst lernbereit.

Um es kurz zu fassen, hier das Ende der Geschichte. Ende Februar fingen die Meisterschaftsspiele für Basketball an. Dabei ging es auf ganz kleinem lokalen Level mit 3 anderen Schulen an. Die erste Hürde konnten wir extrem gut bewältigen und wir waren auch bereit für das nächste Level. Bezirksmeisterschaften der Schulen – check! Anschließend dann Regionalmeisterschaften – check! Dann Landesmeisterschaften - noch gerade so geschafft! Als Vertreter des Bundeslandes Makueni konnte die Schule dann bei den Meisterschaften für Nord – West Kenia antreten, die letzte Hürde vor den nationalen Meisterschaften. Hier wurden den Jungs die Grenzen aufgewiesen, gegen den amtierenden Schulmeister Kenias und auch weitere Internats Schulen, die auf Sport spezialisiert sind, ging es nicht mehr weiter. Das war aber überhaupt kein Problem, insgesamt konnten alle Erwartungen übertroffen werden.

Ungefähr jeden Tag spielen die Schüler, damit sind nicht nur die Basketballmannschaftsspieler gemeint, auf dem Platz der Schule. Leider ist dieser Basketballplatz nicht mehr der beste, aber immerhin haben sie überhaupt einen Platz! Das ist wirklich alles andere als üblich. Der Verschleiß von Bällen ist dabei enorm, ich selber habe es noch nie so gesehen. Zweimal während meiner gemeinsamen Trainingszeit mit dem Team, habe ich jeweils zwei neue Bälle finanziert und bereitgestellt. Es war mir fast schon peinlich als nach kaum 2 Monaten beim ersten Mal die Bälle so abgenutzt und abgespielt waren, dass die äußere Haut aufplatzte!

Da bin ich auf die Idee gekommen, vielleicht mehrere gebrauchte Basketbälle aus Deutschland an die Schule weiterzugeben! Diese wurden hier mit einer unglaublichen Begeisterung empfangen und werden sicherlich so intensiv genutzt, wie noch nie zuvor. Daher bedanke ich mich auch im Namen der Joana Chase Secondary school nochmal ganz herzlichst bei der Fachschaft Sport des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, welche sich mit 8 Bällen sehr großzügig gezeigt hat und vergleichsweise einfach ungeheuer viel Freude vor Ort beschert hat! DANKE!!!!!!

Anschließend noch einige Bilder für Euch!!!

 
   
   

 Zu sehen ist Folgendes:
1- Besprechung in einer Auszeit bei einem der diesjährigen Meisterschaftsspiele
2- Ballübergabe mit der stellvertretenden Schulleiterin, dem Leiter der Fachschaft Sport, dem Basketballtrainer (Biologie- und Chemielehrer) und den Spielern
3- Erste Inbetriebnahme der neuen Ballpumpe, welche das Leben deutlich einfacher macht! Echt klasse, ich hätte da gar nicht dran gedacht, aber die Freude darüber war unbeschreiblich groß! Super!!!
4- Siegesfeier nach einem der Spiele
6- Jungs und Lehrer mit den neuen Basketbällen

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