Impressionen vom Schulkonzert

Ein Video mit einem Ausschnitt vom Schulkonzert finden Sie hier!

Als Beteiligter erlebt man ein Schulkonzert ja ganz anders als die Zuschauer, weshalb dieser Bericht nur ein sehr persönlich gefärbter sein kann. Aber zusammen mit den vielen Unterhaltungen am Tag danach ergibt sich ein rundes Bild einer bunten, gelungenen Veranstaltung. Fangen wir vorn an:

Während ich meine Stufe 6 stimme und zu bändigen versuche, eröffnet die Allgemeine Musikpraxis der Stufe 5 mit den szenisch aufgeführten Liedern „Moustache, der Taschendieb“ und „Hugo, mein Turnierkrokodil“ das Konzert. Leider sehe und höre ich davon hinten im Einspielraum nichts, darf aber am Tag darauf im Lehrerzimmer die Einschätzung hören: „Schon allein durch Moustache und Hugo war klar: Das ist ein schöner Abend! Das hat soviel Spaß gemacht! Und danach kam noch so viel Gutes.“ Wow! Da müssen die Kinder mit Frau Zöllner ja einen Super-Start hingelegt haben.

Danach kommt „Happy“ von Pharrell Williams mit den Sängern der Stufe 6. Das habe ich in der Generalprobe gehört, und schon da hat es mir besser gefallen als das Original! Denn die 6er transportieren einfach Energie!

Jetzt sind wir dran. Meine 6er-Bläserklasse hatte die schöne Idee, dass wir unser „Smoke On The Water“ mit Schwarzlicht, neonleuchtend und mit Knicklichtern ausgerüstet spielen. Das macht Spaß, vor allem, weil's nicht nur gut aussieht, sondern der Klang auch noch stimmt. Und sogar die schwierige Stelle am Schluss ist soweit zusammen, dass wir alle gleichzeitig fertig sind!

Mann, jetzt ist mir warm, da ich diese neongrün leuchtende Hose über meine andere Hose angezogen habe und die Aula ohnehin schon tropische Temperaturen hat. Das merken auch die Mädchen der Musikpraxis 6, die mit Frau Zöllner „Titanium“ aufführen. Auch hiervon höre ich leider nichts, aber ich begegne hinterher fünf glücklichen Gesichtern, ganz offensichtlich nicht nur wegen der Wärme, sondern auch aus Begeisterung glühend.

Nun schnell zum Lehrerchor. Ich finde noch die Noten, die ich zuvor verlegt habe, dann auf die Bühne und „Killing Me Softly“ singen und dirigieren. Für mich ein ganz schönes, neues Erlebnis: Hier ist ein Chor, der einfach das macht, was man anzeigt! Leider auch die Stelle am Ende, wo ich mich vertan habe... Dafür aber ein so geschmackvoller, sauberer Schlussakkord! Beim Verlassen der Bühne begegnen wir noch einmal Lukas Genschel, der als Moderator sich so viele eigene Gedanken für gute Überleitungen zwischen den Stücken gemacht hat und dabei ein sehr schönes Gespür zeigt. Jetzt sagt er die Pause an.

Hat eigentlich die Stufe Q2 wieder Getränke und Häppchen vorbereitet? Ich weiß es bis jetzt nicht, denn ich renne zwischen meinen 59 Fünftklässlern und der Big Band hin und her. Dabei kommt die Big Band etwas kurz, aber die können auch schon selber stimmen und finden auch meistens ihre Noten.

Nach der Pause beginnen gleich die Bläserklassen aus der Stufe 5, und ich habe große Freude am Pingpongspiel zwischen den beiden Gruppen. Der „Hard-Rock-Blues“ bringt so einen tollen Stereoklang zustande! Erst 30mal Bratz von vorn, dann 30mal Bratz von rechts, und immer hin und her! Das klingt wirklich groß. Freundlicherweise spielen Bass und Schlagzeug aus der Big Band noch mit, sodass es auch wirklich nach einem Blues klingt. Ich hoffe noch, dass meine 5a,b und c jetzt doch Frieden geschlossen haben mit ihrer Position auf der Seitenbühne. Für die Zuschauer wird es sich allemal gelohnt haben – so sind alle zu sehen und eben im Surround-Sound zu hören. Leider bleiben die „Zugabe!“-Rufe zu leise, denn die 5a,b,c hätte so gern noch den Posaunenrag gespielt. Den müssen wir beim nächsten Auftreitt nachholen!

Dann kommen Frau Deuters 5er. „Klasse! Wir singen“ - das habe ich schon einige Male auf dem Flur gehört – hat Ohrwurmqualitäten. Leider höre ich von diesem Auftritt wieder nichts, sehe aber nachher so viele zufriedene Kinder mit dem „Klasse! Wir singen!“-T-Shirt herumlaufen, das sie auch beim großen Singefest mit tausenden Singeklassenkindern in der Lanxess-Arena tragen werden.

Der LK! Dass ich den verpasse! Schon von draußen haut „Can't Hold Us“ einfach um! Wieviel mehr muss das noch im Saal wirken! Herr Fischer spricht nachher davon, dass die LK-Leute unter Frau Wasens Leitung „wie Profis“ gewirkt hätten. Bestimmt nur in Sachen Intonation und Timing, aber garantiert nicht abgeklärt wie ein Profi beim 1000. Auftritt. Solche Energie bringt man nicht jeden Tag auf die Bühne!

Profi ist auch die für meine Big Band einspringende Pianistin, die ich mir aus dem LK entliehen habe: Für Ansagen an die Band habe ich anscheinend immer die Zeiten ausgesucht, zu denen sie nicht da war – und sie kommt einfach trotzdem immer und zuverlässig, so auch jetzt zu „Watermelon Man“. Dass wir das spielen, hat sie auch schon heute erfahren. Entschuldigung! Natürlich spielt sie trotzdem alles sicher...

Zum Finale kommt nun endlich der VP-Kurs: Der wartet ja schon seit der Tontechnikprobe um 18 Uhr. Da habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, aber die Probe war ja nötig, weil die Technik sich eigens neues Material für uns gekauft hat! Und jetzt ist der Chor – wie VP-Kurse anscheinend jahrgangsübergreifend zu sein haben – im Auftritt viel besser als in allen Proben. Klar, da fehlt mal ein Ton im Alt, dort ist der Bass nicht einheitlich, aber allein die Frauen im Refrain von „Circle Of Life“, wie sie den Aufgang zum hohen a heraushauen, oder die Soli in „Bella's Finals“, alles 20% mehr als in den Proben. Ja, die Jungs schaffen es sogar an ihren Plätzen stehen zu bleiben! (Oder habe ich da etwas nicht gemerkt?)

Noch einmal darf ich mich freuen, bei „Oh Fortuna“ der Tam-Tam-Spielerin die Einsätze zu geben (Wwwwuuuuuuschschschsch), dann ist der Auftritt von Band und Chor vorbei, und ich merke, dass die Energieleistung auch bei mir ein wenig Tribut zollt. Für meinen heimlichen Favoriten dieses Schulkonzerts „Sure On This Shining Night“ hätte ich mir noch ein paar Glukosemoleküle mehr in meinem Blut aufsparen sollen. Auch die Stimme ist nach einigen Durchsetzungsversuchen gegenüber 59 instrumentenbewaffneten Fünftklässlern nicht mehr ganz frisch. Aber für den schönen Klang sorgen ja die Sängerinnen und Sänger des ASG-Ensembles, die einfach sauber, kultiviert und stilvoll zusammen mit Frau Schmidt (die Frau, die auch mal eben ein Stück in Des-Dur auf dem Klavier schön spielen kann) musizieren. Für mich persönlich das Stück dieses Halbjahrs, für das Konzert ein klangvoller, weicher Abschluss, mit dem man die Zuhörer in den WM-Abend entlassen kann.

C. Grüner

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