Von Zauberdrachen, schwebenden Kindern und der Angst im Dunkeln – Pädagogikschüler/innen des ASG nehmen an der Vorlesewoche im Kindergarten „Farbkleckse“ teil

Im November wurde eine ganze Woche lang  täglich im FRÖBEL-Kindergarten "Farbkleckse" in Hürth vorgelesen. Neben Eltern, Erzieher und dem Bürgermeister haben auch einige Pädagogikschüler/innen unserer Schule aus der Q2 an der Vorleseaktion teilgenommen. Hier ein Erfahrungsbericht:

„Als ich von der Lesewoche in den Kindergärten in meiner Umgebung hörte, habe ich mich sofort interessiert zum Vorlesen gemeldet.

Am Mittwoch in der dritten Stunde, meiner Freistunde, war es dann so weit. Ich machte mich auf den Weg zum Fröbel-Kindergarten „Farbkleckse“.

An der Tür wurde ich von einer der Erzieherinnen freundlich empfangen und die ersten umher tobenden Kinder begannen bereits, mich neugierig zu beäugen. Mir war, um ehrlich zu sein, etwas mulmig. Was, wenn ich beim Lesen stocke? Was, wenn die Kinder über mich lachten?

Doch bei der gemütlichen Atmosphäre der „ Lesehöhle“ verflogen meine Sorgen schnell. Ein heller, warmer Raum. Heimelig und mit bunten Bildern verziert. Sessel, Sofa, Kissen und Decken sahen einladend aus.

Optimistisch ging ich auf eine Gruppe von Kindern zu und fragte, wer von ihnen eine Geschichte hören wolle.

Schüchtern antwortete ein kleiner Junge, dass er gerne eine Geschichte hören wolle, lief zum Bücherregal und brachte ein buntes Bilderbuch mit. Es handelte von sprechenden Wölfen, Kröten und einem Zauberdrachen. Fasziniert lauschte der Kleine und brachte mich mit der Frage zum Lachen, was passieren würde, wenn jetzt in diesem Moment ein Drache auftauchen würde, der größer wäre als das ganze Haus.

Jetzt fingen wir wild zu spekulieren an. Als wir zu dem Schluss kamen, dass wir den Drachen nicht zu fürchten hätten, beschloss der kleine Junge noch ein Buch auszusuchen.

Da er mich überraschen wollte, bat er mich, die Augen zu schließen, bis er mit dem Buch wiederkam. Ich ließ mich auf die Idee ein und so gab es eine weitere amüsante Geschichte über einen chaotischen Einkaufsbummel.

Der kleine Junge wurde zunehmend müder, so kam es dazu, dass sich nun ein anderer Junge eine Geschichte wünschte, die von einem schwebenden Mädchen handelt. Die bunten Bilder faszinierten den Jungen und nicht nur Ihn. Bald hatte sich eine ganze Gruppe Kinder um mich geschart. Eigentlich war es schon Zeit für mich, in die Schule zurück zu kehren, doch ich ließ mich überreden noch ein Buch vorzulesen.

Die Geschichte eines Kindes, welches die Dunkelheit fürchtete, sich später aber mit ihr „anfreundete“.

Ein Junge gab besorgt zu, dass er sich auch vor der Dunkelheit fürchte. Als ich ihm erzählte, dass es mir auch so ginge, war er sichtlich beruhigt.

Nun musste ich aber wirklich aufbrechen. Ich verabschiedete mich bei den Kindern und Erzieherinnen. Auf dem Weg zur Schule, fiel mir ein, was diese Lesewoche außer dem einfachen Vorlesen eigentlich noch bedeutet.

Noch einmal Kind zu sein. Nicht über Klausuren und Noten nachzudenken, sondern über Drachen und Fabeltiere. Keinen Stress zu haben, sondern einfach mal fei zu sein.“

Milena Vasovic

 
   
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