Theaterbesuch der EF

Die aktuelle EF unserer Schule durfte am Montag, dem 25. Januar, das Lieblingsausflugsziel eines jeden Schülers besuchen: das Theater. Aufgeführt wurde im Kölner Horizonttheater die Komödie „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt (1962) als Abschluss der Unterrichtsreihe zum Drama.

In dem Stück geht es um drei Männer, die im Irrenhaus sind, weil sie sich angeblich für berühmte Physiker halten. Als dann durch einen Mord an einer Krankenschwester die Polizei ins Haus geholt wird, nimmt das Unheil seinen Lauf, und man erkennt langsam, wer wirklich wahnsinnig ist.

In zwei Gruppen machten sich die Deutschkurse auf den Weg ins Theater und wurden überrascht. Das Stück, übrigens nur eine Stunde lang, wurde von der Theatercrew rund um Hauptdarstellerin Gabriele van Boxen wie eine schlichte Komödie aufgeführt, ohne dabei wirklich auf die tragische Geschichte der Protagonisten einzugehen.

Dies führte beim Publikum zu gemischten Reaktionen und später zu einer ausführlichen Diskussion im Unterricht. Während sich einige durch die humorvolle Darstellung gut unterhalten fühlten, gingen andere eher kritisch auf das Stück ein. Die Mimik, teilweise sehr gut gelungen, sei zu übertrieben und die derben Slapstick-Einlagen wirkten lächerlich und fehl am Platz. Dazu kamen unpassende Kostüme, wie das der Schwester Monika, Abendessen in Shot –Gläsern und vor allem fehlende, bzw. falsch interpretierte Teile der Haupthandlung. Diese Haupthandlung litt allerdings unter dem Darstellermangel, nur sechs Schauspieler standen auf der Bühne. Dadurch kam es zu Doppel- oder Dreifachrollen einer einzigen Person, was zu einiger Verwirrung führte. So spielte Schwester Monika nebenbei noch zwei andere Personen, natürlich ohne irgendetwas an sich zu verändern, damit man merkt, dass sie ihre Rolle gewechselt hat, und aus dem Inspektor Voss wurde ganz einfach Frau Inspektorin. Letzteres wurde allerdings gut umgesetzt, sodass keiner die Rolle kritisierte und sie sogar als beste schauspielerische Leistung des Stückes gewürdigt wurde.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es sich trotz der vielen Kritiken gelohnt hat, das Stück zu sehen. Meine Antwort ist „Ja“. Auch wenn aufgrund der künstlerischen Freiheit bzw. Fehlinterpretation einige Handlungsstränge verloren gegangen sind, habe ich mich in den 60 Minuten gut unterhalten gefühlt. Zwar ist nicht jeder Gag eingeschlagen und es wurde einige Male übertrieben, aber am Ende entstand eine sehr freie und humorvolle Aufführung der Geschichte um die drei Physiker. Lachen kann man auf jeden Fall. Wer allerdings eine realistischere Inszenierung genießen möchte, dem empfehle ich entweder ein anderes Theater zu besuchen oder sich den gleichnamigen Film von 1964 anzuschauen.

Simon Wiener

 

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