Politik vor Ort – traditionelle Podiumsdiskussion am ASG zur Landtagswahl

Vergangenen Mittwoch, den 26.04.2017, wurde an unserer Schule eine Podiumsdiskussion veranstaltet, an der die Direktkandidaten unseres Wahlkreises teilgenommen haben. Das Publikum bestand aus Schülern der Stufen EF und Q1 und einigen Lehrern. Im Fokus standen die Themen Bildung, Inklusion, Infrastruktur und die Flüchtlingspolitik. Zusätzlich hatten die Schüler am Ende die Möglichkeit den Kandidaten kritische Fragen zu stellen.

Die Veranstaltung begann um 10:05 Uhr mit einer kurzen Begrüßung durch die Moderatoren Jil und Ben aus dem SoWi-LK der Q1 und den stellvertretenden Schulleiter Herrn Schäfer.  Anschließend wurde ein Trailer gezeigt, welcher die Kandidaten kurz vorstellte und als interessante Einleitung fungierte. Dann eröffneten die Moderatoren die Diskussion mit einer prägnanten Ansprache. Die einzelnen Kandidaten sollten sich selbst vorstellen und erläutern, was sie in der nächsten Legislaturperiode umsetzen möchten.

Der Vertreter der Grünen, Yunus Kolukisaoglu, möchte sich für weniger Schulstress und bessere Bildung einsetzen. Jannis Milios (Piratenpartei) möchte für die Demokratie kämpfen, Brigitte Dmoch-Schweren (SPD) benennt soziale Gerechtigkeit, beitragsfreie Kindergärten und bessere Schulen als die für sie wichtigsten Aspekte. CDU-Vertreter Frank Rock verlangt bessere Chancen für Jugendliche in Bezug auf Bildung und den Berufseinstieg. Außerdem möchte er sich für mehr Sicherheit und eine bessere Schulpolitik einsetzen. Martina Thomas (Die Linke) möchte ebenfalls mehr soziale Gerechtigkeit, bessere Wohnungs-, Frauen- und Behindertenpolitik und mehr Gleichberechtigung. Sebastian von Waldow (FDP) behauptet, dass die Schüler selbst über G8/G9 entscheiden sollten und möchte sich gegen Rassismus und Extremisten einsetzen.

Während der Podiumsdiskussion mussten sich die Kandidaten prüfenden Fragen der Moderatoren und anschließend auch der Schüler stellen. Zum ersten Themenblock Bildung äußerten sich alle Kandidaten recht ähnlich, da alle Parteien der Auffassung waren, dass G9 wieder eingeführt werden müsse. Ausschließlich die Grünen würden nach dem individuellen Schülerpotenzial entscheiden, ob G8 oder G9 sinnvoller sei und dementsprechend beide Schulformen beibehalten.   CDU-Kandidat Rock spricht sich tendenziell gegen G8 aus, würde es allerdings in den Schulen weiter bestehen lassen, welche gute Erfahrungen damit gemacht haben.

Danach diskutierten die Politiker über die Inklusion an Schulen und waren sich einig, dass diese weiterhin bestehen bzw. ausgebaut werden sollte. Zustimmung vom Publikum erfuhr Milios mit der Aussage „Inklusion findet im Kopf statt.“.

Als nächstes wurde das Thema Infrastruktur mit besonderem Bezug auf die Erweiterung der Linie 19 am Hürther Bogen diskutiert. Hier waren nicht alle Kandidaten einer Meinung, besonders die Kandidatin der Linken sprach sich strikt gegen eine Erweiterung aus.

Um 11:00 Uhr leiteten Jil und Ben den letzten Themenblock, Flüchtlingspolitik, ein. SPD und Grüne stimmten beide den Aussagen des CDU-Kandidaten zu. Dieser meinte, Deutschland sei ein reiches Land und deshalb in der Lage Flüchtlinge würdevoll unterzubringen. Von Waldow behauptete, viele Flüchtlinge seien nur temporär in Deutschland und seine Partei würde sich an der Flüchtlingspolitik Kanadas orientieren. Piratenpartei-Vertreter Milios sprach sich stark gegen diesen Vorschlag aus, denn seiner Auffassung nach ist Integration nur möglich, wenn die Flüchtlinge nicht sofort abgeschoben werden, sobald sich die Lage in ihrem Herkunftsland verbessert.

Abschließend mussten sich die Kandidaten den Schülerfragen stellen. Fragen wie „Warum darf man an Landtagswahlen nicht mehr mit 16 teilnehmen?“ oder „Warum passiert Inklusion nicht vollständig? Warum schließt man die Förderschulen?“ brachten die Politiker zum Nachdenken.

Beendet wurde die Podiumsdiskussion durch die amüsante Frage „Mit welchem der hier anwesenden Kandidaten würden Sie nach einer verlorenen Landtagswahl eine Reise machen und wohin würde es gehen?“. Hier konnten sich die Kandidaten auch von ihrer humorvolleren Seite zeigen und sorgte so teilweise für viel Gelächter im Publikum. Mit einem Lächeln im Gesicht verließen alle Beteiligten die Veranstaltung.

Lavinia Loder und Lorenz Schüttken

Herr Schäfer eröffnet die Veranstaltung, Jil Arora und Ben Bergmann aus der Q1 moderieren.

Die Kandidatinnen und Kandidaten von FDP, Die Linke, CDU, SPD, Piraten und Bündnis 90 / Die Grünen (von links) mit Moderatorin und Moderator in der Mitte.

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