Bericht über den Projektkurs „Balu und Du“

AmBei dem Namen „Balu und Du“ denkt doch eigentlich jeder an das Dschungelbuch, an Mogli den kleinen Menschenjungen und an Balu, den großen Bären. Man denkt an die fröhlichen Lieder, die dort gesungen wurden, an den Spaß und an das vertraute Verhältnis zwischen den beiden.

Und genauso kann man sich unser letztes Schuljahr vorstellen…vielseitig, abenteuerlich, lustig und vertraut. Denn wir, die Balus, hatten jeder einen Mogli zugeteilt bekommen. Einen Mogli aus einer eher sozial schwachen Familie, der unsere Unterstützung gebraucht hat. Jede Familie war anders, es gab unterschiedliche Levels, unterschiedliche Probleme und unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie man mit einem Kind umzugehen hat.

Aber auch jeder Mogli war anders und genau das hat es so spannend gemacht, denn wir trafen uns ein Mal wöchentlich mit Frau Eisemann, um über unsere Treffen zu sprechen. Wir konnten Probleme beheben, Ideen austauschen und über uns hinaus wachsen. Denn sein wir mal ehrlich, wer wäre nicht noch mal gerne ein Kind? Wir konnten noch einmal Kind sein. Und genau das haben die Moglis auch gebraucht. Jemanden, bei dem sie Kind sein können.

Unser Jahr mit den Moglis fing so an, dass keiner so richtig wusste, wie und wo er anfangen soll. Man musste erstmal ein gewissen Vertrauen zu seinem Mogli aufbauen, eine Basis auf der man arbeiten konnte. Jeder von uns musste seinen Mogli genau unter die Lupe nehmen. Wovor hat er/sie Angst? Ist er/ sie selbstbewusst? Was traut er/sie sich zu? Was erzählt er/sie mir und wie gehe ich damit um? Wir hatten die Aufgabe, unsere Moglis zu stärken und sie auf den richtigen Weg zu bringen. Unser Ziel war, dass sie Dinge, die sie von uns lernten einmal umsetzten würden. Dass sie später an unsere gemeinsame Zeit denken und sich fragen: „Was hätte mein Balu jetzt getan?“

Ja, wir waren Vorbilder. Wir waren und sind immer noch Freunde für unsere Moglis. Mit uns konnten sie all das machen, was ihre Familie ihnen vielleicht nicht ermöglichen kann. Und auch wir lernten viel dazu und sammelten viele Erfahrungen, denn irgendwie war es schön einen Schützling zu haben, der zu einem hinauf sieht.

Natürlich war es auch oft anstrengend, aber das ist nun mal so, wenn man Zeit mit einem Kind verbringt, was zwischen sechs und neun Jahre alt ist. Aber die ganzen schönen Momente waren viel wertvoller. Das Lachen der Moglis, das Gefühl zu wissen, dass man etwas richtig macht, dass man ein Vorbild ist und dass man tatsächlich etwas ändern und verbessern kann. Die Moglis haben uns jedes Mal mit offenen Armen empfangen und wollten uns gar nicht mehr gehen lassen, denn sie erlebten mit uns eine Menge. Vom Schleim herstellen, bis hin zum Schnitzen, Fußball spielen, basteln und Besuche im Getrudenhof.

Auch wir als Kurs unternahmen so einiges. Schon am Kennenlern-Tag merkten wir, dass das nicht das letzte Treffen mit allen gewesen sein kann. Und genau aus diesem Grund fuhren wir ins Silly Billy, einen Indoor Spielplatz. Das war nicht ganz so leicht mit sieben Kindern, aber wir hatten alle unseren Spaß und konnten den Kontakt zwischen den einzelnen Moglis fördern. Recht am Ende besuchten wir gemeinsam den Kölner Zoo, was auch ein tolles Erlebnis war. Die Kinder blühten total auf und ihnen war die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben.

Wir hoffen natürlich, dass der Kontakt zu den Moglis weiterhin bestehen bleibt und dass wir noch das ein oder andere Mal ein bisschen Kind mit unserem Mogli sein können.

Antonia Bannert, Q2 

 
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