Geschichte - Vom Gymnasium i.E. Sudetenstraße zum ASG mit bilingualem deutsch-spanischem Zweig

1997 - 2007 Neue Herausforderungen

Der Wandel, der in diesen Jahren auf schulpolitischer Ebene vollzogen wurde, aber der immer noch nicht ganz geschafft ist, war vielleicht vergleichbar mit den tiefgreifenden Veränderungen in der Zeit nach der Ausrufung der „bundesdeutschen Bildungskatastrophe“ durch Picht in den 60er Jahren. Als weitere Stichworte mögen PISA, Schulprogramm, selbstständige Schule, Begabtenförderung, Ganztagsangebote etc. genügen.

Auf diese Herausforderungen und erhöhten Anforderungen – bei gleichbleibenden Ressourcen – reagierte das ASG bis heute mit größtmöglicher Gelassenheit, aber ebensolcher Effektivität. Dabei setzten Schulleiter Hubert Ortmann und sein Stellvertreter Alfred Schäfer von Anfang an auf eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den am Schulleben beteiligten Gruppen, um so brachliegende Ressourcen zu erschließen und möglichst Synergieeffekte zu erzielen.

Als gelungenes Beispiel kann die Einrichtung der Multimedia-Bibliothek im Jahre 1999 gelten, die einerseits durch die Fachkompetenz der Lehrer inhaltlich gestaltet wird, andererseits aber nur durch den zeitlichen Einsatz der Eltern am Leben erhalten werden kann. Unmittelbar an die Bibliothek schließt sich ein sogenanntes Atelier an, ein Raum, der vor allem für das selbstständige Arbeiten der Oberstufenschülergedacht ist. Hier finden die Schüler-innen und Schüler neben den modernen Medien alle wichtigen Standardwerke zu den einzelnen Fächern und aktuelle Unterrichtsmaterialien zu den laufenden Kursen Eine erhebliche finanzielle Unterstützung für dieses Projekt leistet der Förderverein des ASG, dessen Bedeutung im hier beschriebenen Zeitraum angesichts der knapper werdenden öffentlichen Kassen ebenfalls gestiegen ist und ein wesentliches Element des Schullebens darstellt. Viele Projekte (Schulhofgestaltung, Aulabeschallung, Kücheneinrichtung, Bibliothek, Ausstattung von Fachbereichen etc.) wären ohne den Förderverein nicht realisierbar gewesen.

Um auch außerschulische Partner als Unterstützungssysteme zu gewinnen, wurde 1998 in einem ersten Schritt ein Kooperationsvertrag mit dem Chemiepark Knapsack geschlossen.

Im Bereich der Musik gibt es seit 2003 eine Kooperation mit der Musikschule Hürth, die zur Etablierung einer sog. Bläserklasse führte. Auf diesem Gebiet sind sicher noch nicht alle Quellen ausgeschöpft.

Auch das 25-jährige Bestehen des ASG 1999 wurde neben der Betonung des fröhlichen Feierns unter den Aspekt gestellt, das Profil der Schule im Rahmen der Erstellung eines Schulprogramms dergestalt zu schärfen, dass be-reits geplante Projekte angeschoben und neue entwickelt wurden.

Hierzu gehörten die Etablierung einer Mittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe ebenso wie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Methodenlernens. Die Tatsache, dass das ASG seit 1999 neben der Multimedia-Bibliothek über drei Multimediaräume und ein Lernatelier verfügt, Einrichtungen, die ebenso selbstverständlich benutzt werden, wie die sehr kompetent gestaltete homepage, weisen u.a. darauf hin, welche Veränderungen sich im Hinblick auf Inhalte und Methoden vollzogen haben.

Dazu zählte natürlich auch die Schwerpunktsetzung im mathematisch-naturwissenschaft-lichen Aufgabenfeld durch die Einrichtung von fachübergreifenden und fächerverbindenden sog. NIM-Kursen, die pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum in die Etablierung einer NIM-Klasse ab Stufe 7 mündeten.

Bei all diesen Veränderungen und Akzentsetzungen wurden auch die Schülerinnen und Schüler verstärkt an der Gestaltung des schulischen Lebens beteiligt. Eine besonders erwähnenswerte Aktion ging in dem Zusammenhang im Jahre 2003 von der SV aus. Unter dem Motto „100 Klassenzimmer für Afghanistan“ organisierten die Schülerinnen und Schüler einen Sponsorenlauf, der die stolze Summe von 28000 € ein-brachte. Weitere Spendenläufe mit einem Gesamt-ergebnis von ca. 60.000 Euro folgten, die für Projekte in Mittelamerika und in Afrika gespendet wurden. Über solche herausragenden Aktivitäten hinaus leisten sie – ganz im Sinne der Ideale Albert-Schweitzers - beispielsweise im Rahmen des Sozialpraktikums der Stufe 10 einen Beitrag im Interesse und zum Nutzen der Schulgemeinde. Der Schulsanitätsdienst, kostenfreie Nachhilfe oder die Mittagsbetreuung mit Hausaufgaben-hilfe sind nur einige Beispiele dafür. Im Jahr 2007 wurde unsere Schule mit dem Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

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All das hätte sicher auch die Zustimmung des Hausmeisters Peter Esser gefunden, der ein ausgesprochener Freund der Schüler war. Dies zeigte sich nicht zuletzt bei seiner Verabschiedung im Mai 2006, als er unter tosendem Beifall der gesamten Schülerschaft seine Abschiedsrede in der Aula hielt. Mit ihm ging der letzte Mann der ersten Stunde des ASG.

 

 

 

Seit längerem wurde der Nachmittagsbereich durch die Ausweitung des AG-Angebotes, die Verlängerung der Bibliothekszeiten und die Hausaufgabenbetreuung auf ein neues Fundament gestellt, so dass der Satz, den eine Schülerin anlässlich der 10-Jahresfeier geprägt hatte: „Schule heißt, um 13.20 Uhr beginnt endlich das Leben.“ so schon lange nicht mehr gelten konnte.

Denn die erstaunliche Vielfalt an außerunterrichtlichen Aktivitäten und gemeinsamen Aktionen von Schülern, Lehrern und Eltern führte zu einer ausgesprochen lebendigen Schule auch am Nachmittag. Durch den Beschluss der Landesregierung mit dem Schuljahr 2005 die 8-jährige Gymnasialzeit einzuführen, hat in diesem Bereich des Schullebens jedoch eine neue Zeitrechnung begonnen.

 

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