Rhythmisierung des Ganztages/ Stundenplanbeispiel

Durch den längeren Verbleib in der Schule — schon allein durch die Erhöhung der Stundenzahl im Rahmen von G8 — ist eine Zeitstruktur erforderlich, die sich den Gegebenheiten nicht nur anpasst, sondern diese auch auf die Lern- und Lebensbedürfnisse der Kinder abstimmt. Wenn die Institution Schule den Zeitrahmen in Form des Ganztages über den Vormittag hinaus ausweitet, geht damit auch ein ganz anderer Anspruch in Hinblick auf Schule als Lern- und Lebensraum einher. Hier spielen insbesondere lernpsychologische Erwägungen hinein, die einen natürlichen Wechsel von Aktivierung und Erholung bzw. von Anspannung und Entspannungen.

Das Doppelstundenprinzip als ein zentrales Moment der äußeren Rhythmisierung bietet unterschiedliche Freiräume. Diese erweisen sich als Vorteile auf der Unterrichtsebene. Ein geringer Fachwechsel kommt der Konzentrationsfähigkeit und den Lernbedürfnissen des Kindes entgegen. Auch die neuen Möglichkeiten des offenen Lernangebots fördern nicht nur eigenverantwortliches Lernen, sondern schaffen auch einen viel größeren Raum für methodisches Arbeiten im Sinne der kompetenzorientierten Förderung. Die äußere Strukturierung ermöglicht so eine innere Differenzierung: Ein flexibler Wechsel zwischen den Phasen selbstgesteuerten Lernens hilft den Kindern einen ganz eigenen individuellen Lernrhythmus zu realisieren. Auch die lernpsychologische Forderung nach einem Wechsel zwischen Aktivierungs- und Entspannungsphasen wird durch eine Veränderung der Pausenstruktur beachtet. In dem im Folgenden vorgestellten Konzept der Rhythmisierung für das ASG wird deutlich, dass hier der Fokus auf einem sinnvollen Wechsel zwischen Ruhe und Aktivität liegt. Das vielfältige Angebot der langen Mittagspause trägt diesem Konzept Rechnung.

 

Organisatorische Rahmenbedingungen

Neben didaktischen Überlegungen sind bei der zeitlichen Umsetzung eines Ganztagskonzepts auch organisatorische Aspekte zu beachten: Eine neue Rhythmisierung des Schultags muss nicht nur einer 5. Klasse im Ganztagsbetrieb gerecht werden, sondern auch die Bedingungen des Mittelstufen- und Oberstufenunterrichts berücksichtigen. Dies gilt besonders für das ASG, das im Oberstufenbereich eine enge Kooperation mit der Nachbarschule, dem EMG, unterhält. Eine Taktung, die vorrangig aus 90minütigen Blöcken besteht, kommt dieser Vorgabe entgegen, da der Unterricht in dieser Stufe größtenteils in Doppelstunden stattfindet, die Leistungskurse vollständig.

 Ein weiterer organisatorischer Aspekt, den es zu beachten gilt, sind die Fahrverbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs; die Fahrpläne und das bisherige Zeitraster der Schule sind auf-einander abgestimmt.

 

Ein Stundenplanbeispiel:

 

Die pädagogischen Ziele, organisatorischen Rahmenbedingungen und rechtlichen Vorgaben berücksichtigend findet sich in der Abbildung ein mögliches Stundenplanbeispiel für die 5. Klasse im Ganztag

Das Stundenraster geht bei einer 5. Klasse von 33 Unterrichts- und Betreuungsstunden aus. Es sieht für diese Stufe Nachmittagsunterricht mit Übermittagsbetreuung an 3 Tagen der Woche vor.

An Kurztagen bleibt die gewohnte Rhythmisierung des Schultages erhalten. Der Unter-richt des 5. Jahrgangs endet an diesen Tagen nach der 6. Stunde. Ein neues Raster besteht für den Unterricht an Langtagen.

Eine solche Zweiteilung birgt eine Reihe von Vorteilen für die Integration des Oberstufenunter-richts in das neue Zeitraster. Indem der zeitliche Rahmen hier erhalten bleibt, ergeben sich keinerlei Schwierigkeiten bezüglich der Zusammenarbeit mit dem EMG.

Die Setzung der Pausenzeiten und die Phasierung in 90minütigen Blöcken an den restlichen Wochentagen berücksichtigt einen sinnvollen Wechsel zwischen Aktivierungs- und Entspannungsphasen. Da bereits ein Großteil der unterrichteten Stunden in den letzten Jahren in Doppelstunden stattfand, lässt sich auch der Unterricht der Stufen 6-9 problemlos diesem Zeitraster anpassen. Auf diese Weise sind auch für diese Stufen, die durch G 8 längere Unterrichtszeiten haben, eine angemessene Mittagsbetreuung sowie ausreichende Ruhezeiten gewährleistet.

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